Skip to main content

Pool desinfizieren

Chlor, Sauerstoff, Salz, UV-Licht? Was wirklich Sinn macht

Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, klares Wasser – dieses Szenario bereit sicherlich jedem Spaß im hauseigenen Pool. Dass das Wasser angenehm sauber ist, gewährleistet die richtige Desinfektion. Den Pool zu desinfizieren, gelingt mit verschiedenen Lösungen. Wir zeigen Dir, welche Vorteile die Stoffe im Einzelnen haben und wie die richtige Anwendung gelingt.

Pool desinfizieren

So sauber wie im Schwimmbad – solche Sichtweiten erreicht man nur durch die richtige Desinfektion.

Chlor – Der Klassiker

Seit jeher gelingt das Desinfizieren des Pools zuverlässig mit Chlor. Es tritt recht aggressiv auf und bekämpft nicht nur Bakterien, sondern auch Algen zuverlässig. Für Allergiker kann Chlor allerdings ein Problem sein. Überdosiert stellt es definitiv eine Belastung für den Körper dar.

Vorteile

  • Günstige Lösung
  • Einfach anzuwenden
  • Sehr reaktiv und damit zuverlässig gegenüber Bakterien sowie Algen
  • Hat sich schon zig tausendfach bewährt

Nachteile

  • Wirkt bei hohem pH-Wert schnell nicht mehr (Wirksamkeit bei pH-Wert von 8 beläuft sich nur noch auf ca. 30%)
  • Verursacht bei manchen Leuten Reizungen der Augen und von weiteren Bereichen mit Schleimhäuten
  • Dosierung beachten – zu hohe Reaktivität ist einfach gesundheitsschädlich

Tabletten, Granulat, Flüssigkeiten

Chlor gibt es in verschiedenen Formaten – flüssig und fest. Zudem kann bei den festen Produkten noch eine weitere Unterscheidung in schnell löslich und langsam löslich gemacht werden.

Schnell lösliche Tabletten machen Sinn, wenn das akute Bedürfnis vorliegt – Bakterien und Algen sind bereits vermehrt im Wasser. In diesem Fall ist eine Stoßchlorung zielführend. In der Praxis bedeutet dies, den Chlorwert kurzfristig auf ca. 10-20 g/Liter überzudosieren. Die Hersteller der Produkte geben im Einzelnen Werte vor.

Zur standardmäßigen Langzeit-Dosierung werden entsprechend langsam auflösende Tabletten/Granulate in das Wasser gegeben. Es sollte im Normalbetrieb ein Chlor-Wert zwischen 0,5g/l und 1,0 g/l angestrebt werden.

Sowohl der Chlor- als auch der pH-Wert sollten 12 Stunden nach dem Chloren erneut geprüft werden. Gibt es Abweichungen, müssen entsprechende Anpassungen gemacht werden. Der ideale pH-Wert liegt bei 7,2 (7 bis 7,4 sind in der Regel in Ordnung).

pH Wert prüfen

Mit pH-Minus und pH-Plus kannst Du über das Zugeben von Granulaten den pH-Wert unkompliziert anpassen.

Willst Du Dir eine automatische Dosieranlage anschaffen oder hast jene bereits, ist flüssiges Chlor das Mittel der Wahl. Eine gute Dosieranlage kontrolliert und passt zusätzlich auch den pH-Wert stets eigenständig an. Durch die Automation kommt natürlich mehr Komfort auf.

Desinfektion mit Chlor

Die Gewichtseinheit betrachtet, ist flüssiges Chlor günstiger. Eine Dosieranlage und die entsprechende Automation muss man allerdings zunächst recht teuer bezahlen.

Bitte dosiere das Chlor nach Herstellerangaben und nie dauerhaft über. Das würde eine übermäßige Gesundheitsbelastung zur Folge haben. Außerdem würden die Metallteile im Pool schneller korrodieren.

Salz – Alternative zur klassischen Chlorung

Die sog. Salzelektrolyse wird zum Desinfizieren immer beliebter. Dazu brauchst Du zunächst die entsprechende Salzelektrolyse-Anlage. Der chemische Prozess wandelt das Salz in Chlor um – Chlor bleibt also auch hier im Spiel. Weil Du allerdings nur mit dem Ausgangsstoff des Salzes zu tun hast, musst Du keinen Kauf und Transport von Chlor vornehmen.

Obwohl der gleiche Stoff im Wasser ist, gilt dieses Verfahren als hautfreundlicher. Denn die Salze im Wasser schonen Deine Schleimhäute und Augen. Je nach Poolgröße, ist es erforderlich, 1-2 Säcke mit Salz pro Jahr nachzufüllen (2 g Salz pro Liter Wasser sind ein guter Richtwert). Bis maximal 5 g Salz pro Liter, vertragen auch viele Reinigungsgeräte, wie Roboter und Bodensauger, das Salz im Pool.

Vorteile

  • Kann entzündungshemmend und antibakteriell wirken
  • Wasser kann als besonders angenehm empfunden werden
  • Es entsteht das genauso effektive Chlor
  • Wenig Zeitaufwand

Nachteile

  • Salzelektrolyse-Anlage wird benötigt
  • Metall-Bauteile im Pool können schneller Rost fangen (Kunststoff- und Bronze-Applikationen sind daher zielführender)

Die Salzelektrolyse-Anlage muss zwingend winterfest gemacht werden – entsprechender Platzbedarf ist einzuplanen. Die Anoden müssen dazu, nach Herstellerangaben, in eine entsprechende Flüssigkeit. Die Zelle wird mit klarem Wasser gewaschen um im Anschluss trocken sowie vor Frost geschützt gelagert.

pH-/Redox-Modul

Wenn Du absolut sicher gehen möchtest, dass der Chlor-Gehalt im Wasser optimal bleibt, empfiehlt sich der Kauf eines Redox-Moduls. Über das zusätzliche Anschließen eines pH-Moduls, wird der entsprechende Wert ebenfalls überwacht. Das Modul kann mit einem pH-Minus-Kanister verbunden werden, wodurch zudem das wöchentliche pH-Wert-Messen und -Anpassen bequemerweise entfällt.

Brom

Du kannst Deinen Pool des Weiteren mit Brom desinfizieren. Dieses Halogen ist nicht nur im Periodensystem nahe dem Chlor angeordnet – beide haben in der Praxis ganz ähnliche Eigenschaften. Dem Chlor ist Brom bei hohen Wassertemperaturen sogar überlegen, denn Chlor verdunstet schneller.

Je näher Du am Äquator wohnst, desto empfehlenswerter ist Brom also. Es ist zudem verträglicher für viele Menschen. Da jedoch die Oxidation etwas schwächer ausfällt, desinfiziert es bei normalen Wassertemperaturen nicht so gut, wie es Chlor tut.

Brom kann als Feststoff (Tabletten, Granulat) manuell dosiert werden. Häufig werden Werte zwischen 1 und 3 mg/l empfohlen – in diesem Zusammenhang bitte die jeweiligen Herstelleranweisungen beachten.

Alternativ kann Brom als Flüssigkeit automatisch, mit der Hilfe einer Dosier-Schleuse, in den Pool eingebracht werden.

Vorteile

  • Kein chemischer und penetranter Geruch
  • Nicht so reizend, wie es bei klassischem Chlor der Fall ist
  • Bei vergleichsweise hohem pH-Wert noch wirksam

Nachteile

  • Teurer als Chlor in der Anschaffung
Vergewissere Dich stets, dass Deine Leitungen zum Rückspülen mit dem Abwasser verbunden sind. Chlor, Brom und andere Chemikalien dürfen nicht in’s Grundwasser gelangen.

Aktivsauerstoff

Das Desinfizieren mit Aktivsauerstoff wird zunehmend beliebter. Die chlorfreie Alternative gilt als überaus hautfreundlich und schont die Schleimhäute. Gerade für vorbelastete Personen und Allergiker kann der Einsatz also Sinn machen. Frei von Chemie ist dieses Mittelchen allerdings auch nicht – Wasserstoffperoxid und Kaliummonopersulfat sorgen hier in der Regel für die desinfizierende Wirkung.

Sauerstoff Aktivsauerstoff

Auch Aktivsauerstoff ist häufig in Granulat-Form erhältlich.

Eine empfehlenswerte Dosierung beläuft sich auf 3-5 mg/Liter Wasser. Da Umwelteinflüsse schnell Veränderungen herbeiführen, sollte der Gehalt an Aktivsauerstoff zunächst gemessen werden. Das gelingt wahlweise mit Teststreifen, Tablettenprüfern oder mit einem Photometer-System. Vor der Zugabe von Aktivsauerstoff ist es wichtig, den pH-Wert zu kontrollieren und auf ein gutes Niveau zu bringen (7-7,4).

Weil die Reaktivität von Aktivsauerstoff etwas schlechter ist, kann es auch temporär mit Chlor kombiniert werden. Sind Algen vorhanden, bleibt eine Stoß-/Schock-Chlorung einfach beste Lösung zum Beseitigen. Im Normalbetrieb kann dann wieder auf Aktivsauerstoff zurückgegriffen werden.

Vorteile

  • Einfach in der Anwendung
  • Sehr hautfreundlich
  • Besonders effektiv gegen E. coli
  • Kein Chlorgeruch
  • Keine Rückstände von Ammoniak und Harnsäure
  • Keine Bleichung von Kunststoffteilen

Nachteile

  • Weniger reaktiv (Kommt z.B. nicht so gut gegen Algen an, weshalb entsprechendes Zusatzmittel erforderlich ist)
  • Hohe Wassertemperaturen verringern Wirksamkeit (max. 25 Grad)
  • Depotwirkung liegt bei ca. 48 Stunden – regelmäßiges Kontrollieren ist unerlässlich
  • Vorarbeit nötig (Filteranlage sollte optimal abgestimmt sein), weil der Effekt ansonsten sehr schnell nachlässt

UV-Desinfektion – Die umweltschonendste Lösung

Ebenfalls interessant ist das Desinfizieren des Pools mit UV-Licht. Das im Alltag von der Sonne ausgehende Licht reicht dazu natürlich leider nicht – im Gegenteil, befördert es doch das Algenwachstum.

Damit die UV-Desinfektion funktioniert, brauchst Du eine UV-C-Lampe mit ausreichender Leistung. Je größer der Pool, desto mehr Power in Form der Wattzahl ist nötig.

UV Licht Desinfektion

Eine UV-C-Lampe kann dem Filterkreislauf hinzugeschaltet werden. Wer einen Gartenteich hatte oder hat, kennt dieses Prinzip wahrscheinlich schon. Bei Teichen kommt die UV-Lampe jedoch häufig zuerst zum Einsatz, während sie im Poolkreislauf den Prozess zuletzt komplettiert.

Vorteile

  • Der Umwelt etwas Gutes tun
  • Bis zu 50-80% an Chemikalien einsparen (Je feuchter das Klima in der Wohngegend, desto mehr Chemie-Einsatz ist weiterhin erforderlich)

Nachteile

  • Muss zusätzlich, für deutlich dreistelligen Betrag, erworben werden
  • UV-Lampe an sich muss mit der Zeit wieder ausgetauscht werden
  • Effektivität, im Vergleich zum Chemie-Einsatz, geringer


Ähnliche Beiträge